1. Roseburg
Würde ein Ritter mit seinem Pferd durch den Torbogen schreiten, würde es niemanden wundern. Die Roseburg bei Gernrode am nördlichen Harzrand, wirkt wie frisch dem Mittelalter entsprungen. Dabei ist das Gebäude quasi ein Neubau, erst 1908 fertiggestellt durch den Burg- und Bauherren Bernhard Sehring. Dieser erwarb das geschichtsträchtige Gelände drei Jahre zuvor. Aber bereits 963 nach Christus wurde an dieser Stelle eine Rudeloffsburg/Rolevesborch erstmals urkundlich erwähnt.
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Mitte des 16. Jahrhunderts finden sich jedoch keine Einträge mehr dazu – außer, dass sich auf dem Gelände nur noch ein paar Mauerreste befinden würden.

Anscheinend der perfekte Ort für Sehring, ein neues Ensemble bauen zu lassen – eine Mischung unterschiedlichster Baustile. Entstanden sind ein Torhaus, ein Wohn- und ein Wachturm mit aufsteigendem Wehrgang. Über einer gestaffelten Vorburg ließ Sehring einen Bergfried mit Zinnen, zahlreiche Anbauten und mehrere Burghöfe nach dem Vorbild alter Burganlagen errichten. Eine 1600 Meter lange Steinmauer rahmt die Vorburg ein. Später entstanden noch ein Mausoleum samt Aussichtsturm und eine weitläufige, teilweise verwunschen wirkende Parkanlage.
Auch diese Grünfläche beeindruckt mit ihren vielfältigen Elementen aus der italienischen Renaissance, dem Barock und aus englischen Landschaftsgärten. Dazu gehört auch eine Wasserkaskade.
Info zur Roseburg:
- Die Burg liegt direkt an der Landesstraße 242 zwischen Ballenstedt und Gernrode.
- Dort gibt es einige Parkplätze.
- Burg und Garten sind täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
- Eintritt: 3 Euro pro Person.
2. Römischer Garten
Es gibt ihn seit gut 130 Jahren: den Römischen Garten in Hamburg. Das Park-Kleinod thront, gut versteckt vor neugierigen Blicken, oberhalb der Elbe am Kösterberg in Blankenese. Zwei Wege führen dich in dieses kleine Paradies: entweder der steile Aufstieg über die Treppen vom Falkensteiner Ufer an der Elbe oder der weniger anstrengende Fußweg den Waseberg entlang.

Am Ziel angekommen, scheinst du in die Toskana katapultiert worden zu sein, besonders an Sommertagen. Ordentlich getrimmte Koniferen erinnern an die italienische Landschaft. Blumen- und Staudenbeete, ein Seerosenteich in der Mitte des Gartens ebenso wie eine ausladende Treppe und Emporen unterstreichen den mediterranen Eindruck. Das kleine Amphitheater mit Platz für circa 200 Zuschauerinnen und Zuschauer tut ein Übriges. Das Theater N.N. Hamburg e.V. veranstaltet hier in den Sommermonaten regelmäßig Aufführungen auf der kleinen Freilichtbühne.
3. Rakotzsee und die mystische Brücke
Nahezu halbrund spannt sich eine steinerne Brücke übers Wasser eines Sees. Die Wasserspiegelung macht daraus einen fast perfekten Kreis. Das könne nur der Teufel zustande bringen, glaubten einst die Bewohnerinnen und Bewohner und gaben dem Bauwerk den Namen Teufelsbrück. Kommen noch Nebel oder ein tiefer Sonnenstand mit orange Farbenspiel hinzu, wirkt die Rakotzbrücke verwunschen und wie aus der Welt von J.R.R. Tolkien.
Kein Wunder, dass sie ein beliebtes Fotomotiv ist, obwohl vergleichsweise wenige Besucherinnen und Besucher anzutreffen sind. Auch Filmemacher wissen das zu schätzen und so war sie beispielsweise auch Drehort für den Film „Der Zauberlehrling“.

Leider ist die Brücke nur von Weitem zu betrachten, denn das 35 Meter lange Bauwerk ist einsturzgefährdet, das Betreten daher strengstens verboten. Erbaut wurde die Rakotzbrücke zwischen 1863 und 1882 aus Feld- und Basaltsteinen. Unter Anleitung von Friedrich Hermann Rötschke entstand ein hoher, harmonischer Bogen, der den Rakotzsee überspannt und sich harmonisch in den umgebenen Wald einfügt. Diesen mystischen Anblick kannst du das ganze Jahr genießen.
4. Mittelalterliche Ritterfeste Löwenburg
Erhaben und trutzig, ganz wie es sich für eine mittelalterliche Ritterburg gehört, thront die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe (Unesco-Weltkulturerbe) über der Stadt Kassel. Erbaut wurde sie zwischen 1793 und 1801 als eine der ersten nachgebauten mittelalterlichen Burgruinen Europas im Auftrag des Landgrafen Wilhelm IX., dem späteren Kurfürsten Wilhelm I. Mit diesem Gebäude wollte er sich zum einen ein Lustschloss errichten, welches die historische Bedeutung seiner seit dem Mittelalter regierenden Familie unterstreicht.
Zum anderen wünschte er, hier bestattet zu werden – nach mittelalterlichem Brauch. Heißt: Ein gebührend großer Leichenzug, angeführt von einem Ritter in schwarzer Rüstung, geleitete ihn in seine letzte Ruhestätte.

Einer Legende nach ist jene schwarze Rüstung aber mit einem Fluch belegt: Der Träger würde einen baldigen Tod erleiden. Und tatsächlich verstarb Christian von Eschwege, Vasall des Kurfürsten, kurze Zeit nach dem Tragen der Rüstung.
Seinen Grabstein kannst du im Museum für Sepulkralkultur in Kassel besichtigen. Die schwarze Ritterrüstung ist in der Löwenburg ausgestellt. Die Legende sagt auch, dass der schwarze Ritter alle 17 Jahre aus seinem Grab tritt und den Bergpark Wilhelmshöhe durchstreift – ob das wirklich so ist, kannst du vermutlich nur bei einem persönlichen Besuch herausfinden. Die Burg und der Ausblick über die Großstadt lohnen allemal.